
Kronen Zeitung
„WURM DRINNEN“
Bei den ÖFB-Frauen ist die Kritik „gerechtfertigt“
Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam hat nach dem Fehlstart mit null Punkten in den ersten zwei WM-Qualifikationsspielen viel Kritik geerntet. „Der Auftritt im Slowenien-Spiel, das war nicht gut genug, das reicht einfach nicht. Die Kritik war gerechtfertigt, damit müssen wir umgehen, die Verantwortung liegt bei uns Spielerinnen“, sagte Barbara Dunst bei einer Online-PK am Donnerstag. Eine Reaktion gilt es nun ausgerechnet im Doppel gegen Gruppenkopf Deutschland zu zeigen.
Am Dienstag (18.15 Uhr) in Nürnberg und vier Tage später in Ried (18.00) vor mehr als 4.000 Fans wartet ein Gegner, gegen den es in sieben Anläufen nie Zählbares gab. Am 3. Juni 2025 setzte es in Wien ein 0:6. „Sechs Stück, so etwas können wir uns nicht leisten. Wir sind in der deutschen Liga stark vertreten, es geht um Namen, Marktwert, Ehre. Ich habe keine Lust, wieder mit einem Paket zurückzureisen“, erläuterte Dunst. Ihr Team sei zwar klarer Außenseiter, habe aber deshalb trotzdem „relativ viel zu verlieren“.
Individuelle Qualität nicht abgerufen
Während das Heim-0:1 gegen Norwegen zum Auftakt in die Kategorie erwartbar einzuordnen war, war es das folgende 0:1 in Slowenien keinesfalls. Laut Dunst habe man dabei die individuelle Qualität nicht abrufen können, eine konkrete Erklärung dafür konnte sie nicht liefern. „Es ist seit längerer Zeit ein bisschen der Wurm drinnen. Wir haben schon auch einen Umbruch gehabt und der Prozess hat doch länger gebraucht, als man sich das gedacht hat“, sagte die Bayern-Mittelfeldspielerin.
Vor allem im Spiel mit dem Ball habe man klare Mängel. „Es war in Tschechien nicht optimal, gegen die Ukraine nicht und jetzt in Slowenien auch nicht, also irgendwas passt nicht, wenn wir den Ball haben. Wir müssen selbstbewusster, konsequenter und effektiver werden“, forderte die Steirerin. Gegen die DFB-Auswahl werde man vielleicht nur zwei Chancen bekommen. „Die müssen wir dann auch nutzen.“
Ins Treffen führte sie auch die „vielleicht ein Stück weit fehlende Erfahrung“ einiger Akteurinnen auf internationaler Ebene. „Ein Länderspiel ist etwas anderes wie ein Ligaspiel.“ Die Partien gegen die DFB-Auswahl dienen vor allem als Vorbereitung auf die Rückspiele gegen Slowenien und Norwegen. „Das wird dann definitiv der wichtigste Lehrgang sein“, betonte Dunst. Gruppenrang drei bleibt für das Schlusslicht das erklärte Ziel, um im Play-off eine bessere Ausgangslage zu haben.
ÖFB-Elf bietet „wenig, um Österreich mitnehmen zu können“
„Erfolg ist der Antrieb von Euphorie, der ist aber ausgeblieben, wir haben die letzten beiden großen Turniere verpasst, konnten den Aufwind im Frauenfußball nicht mitnehmen“, sagte Dunst. Auch mit den aktuellen Ergebnissen würde man derzeit „wenig bieten, um Österreich mitnehmen zu können“. Im Endeffekt gehe es im Fußball um Ergebnisse. „Die haben, wenn man auch das ganze vergangene Jahr betrachtet, nicht gepasst.“
Warum, darüber grübelt auch Stürmerin Lisa Kolb. „Die letzten Monate waren schon sehr schwierig, es ist aber schwierig festzumachen, woran es liegt.“ Jede Niederlage mache jedenfalls etwas mit einer Spielerin. „Jede denkt nach und ist natürlich enttäuscht und frustriert. Für uns ist das aber eine Chance, noch näher zusammenzurücken. Der Zusammenhalt ist gut, unabhängig von den jüngsten Ergebnissen“, schilderte die 24-jährige Freiburg-Spielerin.
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